Die Ergebnisse des Modellprojektes Pro Kind waren so ermutigend (siehe Modellprojekt), dass im Anschluss und auf dieser Grundlage das Hausbesuchsprogramm Pro Kind weiterentwickelt wurde. Es richtet sich, wie das Modellprojekt, an Erstgebärende mit finanziellen, sozialen und persönlichen Herausforderungen. Diese werden möglichst früh in der Schwangerschaft aufgenommen und bis zum zweiten Geburtstag ihres Kindes begleitet. Die empfohlene zweiwöchige Besuchsfrequenz wird im Einzelfall angepasst, wie auch der vorgesehene Zeitraum bis zum 2. Geburtstag.

Das Hausbesuchsprogramm Pro Kind arbeitet nach einem eigens entwickelten Fahrplan, der an den in den verschiedenen Phasen der Begleitung relevanten Themen orientiert ist. Dabei nutzt es das NEST Material und das handlungsorientierte FELIKS Modul. Sämtliche Vorlagen des Hausbesuchsprogramms wurden auf Grundlage der Ergebnisse des Modellprojektes und unter Berücksichtigung der Leichten Sprache entwickelt.

Basis der Begleitung ist die Gestaltung einer kontinuierlichen und tragfähigen Beziehung. Auf dieser Grundlage werden die Teilnehmerinnen in einem ressourcenorientierten Ansatz motiviert, eigenständig Lösungswege für sich und ihre Lebenssituation zu entwickeln. Durch das Aufzeigen von bereits bestehenden Stärken wird sukzessive das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufgebaut. Die Pro Kind Fachkräfte begleiten diesen Prozess und dienen den Familien als Modell für soziale und emotionale Kompetenzen in der Beziehungsgestaltung zu ihrem Kind und zu anderen Menschen.

Wie in der Modellphase erprobt, wird das Hausbesuchsprogramm in zwei Begleitvarianten angeboten:

  • Durchgängige Begleitung: Familienbegleiterinnen (von Pro Kind und durch die Frühen Hilfen geschulte Hebammen) begleiten die Familien von der Schwangerschaft bis zum 2. Geburtstag des Kindes.
  • Begleitung im Tandem: Ein Tandem, bestehend aus einer Hebamme und einer Sozialpädagogin, arbeitet zusammen. Hier begleitet die Hebamme die Familien überwiegend durch Schwangerschaft und Wochenbettzeit und übergibt anschließend an die Sozialpädagogin. Gemeinsame Besuche in der Schwangerschaft und während des Wochenbetts erleichtern den Übergang.

Regelmäßige Fortbildungen, Fachberatungen und Supervision sowie Evaluation sichern die Qualitätsentwicklung.

Pro Kind Bremen:
DRK-BremenIm Modellstandort Bremen wird das weiterentwickelte Hausbesuchsprogramm weiterhin durch den Träger Deutsches Rotes Kreuz, KV Bremen und die bereits erfahrenen Fachkräfte angeboten. Es ist 2012 in die Regelversorgung übergegangen und wird aus kommunalen sowie aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen finanziert. Die Pro Kind Begleitung wird hier im durchgängigen Modell umgesetzt.
Das Hausbesuchsprogramm wurde in Bremen mit einer Frühberatungsstelle verknüpft. Sie begleitet als Anlauf-, Clearing-  und Beratungsstelle Schwangere und Familien mit Säuglingen und Kleinkindern.

Pro Kind Braunschweig:
St. Nikolaus BraunschweigDie katholische Kinder- und Jugendhilfe St. Nikolaus startete 2013 das Pro Kind Hausbesuchsprogramm in Braunschweig in Kooperation mit dem Jugendamt Braunschweig. Die Begleitung erfolgt hier im Tandem durch eine Hebamme und eine Sozialpädagogin.

Weitere Standorte sind im Gespräch.

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